Sulfidformkontrolle 
Sulfide im Stahl lassen sich ihrer Form nach in drei Gruppen einteilen: Typ l besitzt eine runde Form, Typ 2 ist die eutektische Form (Sulfide liegen auf den Korngrenzen) und Typ 3 schließlich ist eckig. Die Sulfidform hängt jeweils von der chemischen Zusammensetzung des Stahls ab. So neigen kohlenstoffarme Stähle mit l % Mn bei steigendem Massengehalt an Aluminium zu Sulfiden vom Typ 2. Eine Ausscheidung dieser Form wird auch durch steigende Abkühlgeschwindigkeit begünstigt. Typ 2 und 3 verschlechtern die Querwerte der Kerbschlagzähigkeit und fördern die Heißrißbildung in der Wärmeeinflußzone schweißgeeigneter Baustähle. Die Ausbildung der Sulfide kann durch verschiedene Maßnahmen beeinflußt werden: Eine Verringerung des Schwefelgehaltes im Stahl läßt die Entstehung einer großen Sulfidmenge gar nicht erst zu. Mangansulfide lassen sich durch schwefelaffine Elemente beeinflussen. Das Ziel liegt auch hier in der Verringerung der schädlichen Sulfideigenschaften. So kann eine Mischkristallhärtung der Sulfide deren Streckung beim Walzen entgegenwirken. Ti, Zr und Ce eignen sich zur Sulfidformkontrolle.
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