Lösbares Verbindungs- und Befestigungsteil - in vielen Arten und Ausführungen mit Gewinde auf einem Teil oder dem ganzen Schaft, der zylindrisch oder konisch geformt sein kann. Die Schraubverbindung wird entweder mit einer Mutter oder einem Muttergewinde gebildet, das vorgefertigt sein kann, oder das sich die Schraube beim Eindrehen selbst formt (Blechschrauben, Holzschrauben). Bei der Herstellung der Sch. haben die spanlosen Fertigungsverfahren die größte Bedeutung. Die Schrauben werden kalt (bis etwa M 24) oder warm gestaucht, und das Gewinde wird aufgewalzt oder aufgerollt (Gewindewirbeln). Spezialformen, Kleinstabmessungen und geringe Mengen werden aus dem Vollen gedreht.
Je nach Art und Verwendungszweck der Schrauben werden folgende Gewindeformen ausgeführt:
Metrisches ISO-Gewinde (Regel- oder Feingewinde), Blechschrauben-Gewinde, Schneidschrauben-Gewinde, Holzschrauben-Gewinde, Zollgewinde, Sondergewinde. Regel- und Feingewinde als Befestigungsgewinde, Feingewinde für Meßspindel, Gewinde mit hoher Steigung für Bewegungsgewinde. Die Schrauben unterscheiden sich durch Kopfform, Schaftabmessungen, Gewindemaße und andere Einzelheiten. Bezeichnungsangaben, Formen und Ausführungen von Schrauben und Muttern werden in DIN 962 festgelegt.
Einteilung nach der Kopfform: Sechskantschrauben sind die im Maschinenbau am häufigsten verwendeten Schrauben (DIN 7990 für Stahlkonstruktionen, DIN EN ISO 4014). Zylinderschrauben mit Innensechskant werden verwendet, wenn die Schraubenabstände klein sind oder wenn der Schraubenkopf nicht aus dem Werkstück herausragen darf. (DIN 912, bzw. modifiziert durch ISO 4762). Schlitzschrauben werden mit dem Schraubendreher angezogen. Sie werden deshalb nur mit relativ kleinen Gewindeabmessungen geliefert (DIN 920 - 925, EN ISO 1207 und 1580). Schrauben mit Kreuzschlitz lassen sich wegen der tieferen und größeren Mitnahmefläche und wegen des sich selbst zentrierenden Schraubendrehers sicherer und fester anziehen als Schlitzschrauben (DIN 967, EN ISO 7045 - 7047).
Einteilung nach der Schaftform: Stiftschrauben verendet man anstelle von Kopfschrauben, wenn die Verbindung häufig gelöst werden muß (DIN 835, 938 - 940 und 949). Dehnschrauben verwendet man bei dynamischer Beanspruchung und größeren Schaftlängen, z. B. bei Pleuelstangen (DIN 2510). Paßschrauben werden eingesetzt, wenn die Schraubverbindung Querkräfte aufnehmen muß oder wenn die Lage der Werkstücke zueinander gesichert werden soll (DIN 906). Gewindestifte sind Schrauben ohne Kopf mit Gewinde auf der ganzen Schaftlänge. Man verwendet sie zur Sicherung der Lage von Werkstücken mit Naben auf Wellen und Achsen (DIN EN 27434 - 27436, 27466, DIN EN ISO 4026). Blechschrauben sind gehärtet und haben ein scharfkantiges Gewinde mit großer Steigung. Sie werden zum Verbinden von Blechen bis 6,5 mm Blechdicke verwendet. Beim Einschrauben formen sie das Muttergewinde selbst (DIN ISO 7049 - 7051). Bohrschrauben gleichen in ihrem Aufbau den Blechschrauben, besitzen aber am Schaftanfang zusätzlich eine Bohrspitze zum Bohren des Kernloches (DIN EN ISO 10666). Holzschrauben besitzen einen spitz zulaufenden Schraubenschaft. Ihr Gewinde ist scharfkantig und hat eine große Steigung.
Darüber hinaus werden weitere DIN-Ausführungen (z. B. Flügelschrauben, Augenschrauben, Rändelschrauben, Verschlußschrauben) sowie Sonderformen hergestellt.
Als Werkstoff für Schrauben und Muttern kommen Stahl in verschiedenen Sorten (auch rostfreier Stahl) und NE-Metall in Frage. Schrauben werden nach der Zugfestigkeit in Festigkeitsklassen eingeteilt. Die Festigkeitsklasse wird durch zwei Zahlen, z. B. 8.8 (Acht Punkt Acht), angegeben. Zur Berechnung der Mindestzugfestigkeit wird die erste Zahl mit 100 multipliziert. Die Mindeststreckgrenze wird durch Multiplizieren der ersten Zahl mit dem zehnfachen Wert der zweiten Zahl ermittelt. Beispiel: Festigkeitsklasse 8.8, Zugfestigkeit = 100 x 8 N/mm² = 800 N/mm². Mindeststreckgrenze = 8 x 10 x 9 N/mm² = 640 N/mm².