Draht ist ein Erzeugnis mit meist rundem Querschnitt. Durch Warmwalzen von Knüppeln erhält man den
Walzdraht. Er wird hinter dem Walzgerüst spiralförmig zusammengelegt. Will man dünne Drähte (<5 mm Durchmesser) haben, so wird der Durchmesser in Ziehereien durch Kaltumformung noch weiter reduziert. Das
(Draht-)Ziehen eignet sich auch zur Herstellung von Drähten mit besonderen Anforderungen an die Oberfläche. Der Querschnitt kann kreisförmig sein (Runddraht) oder halbrund, oval, quadratisch, recht-, sechs- oder achteckig. Gewalzter
D. hat Dicken von etwa 5 bis über 30 mm, gezogener
D. von 13 mm bis herunter zu den kleinsten Durchmessern.
D. kann aus allen Stahlsorten hergestellt werden. Von größtem Einfluß auf seine Festigkeitseigenschaften sind die Kaltverformung und Wärmebehandlung. Das
Glühen verbessert die Schmiegsamkeit (Blumendraht, Drahtgeflecht) das
Härten die Festigkeit (Schirmstangen, Kratzendrähte), das
Vergüten und Patentieren die Festigkeit und Zähigkeit (Sprungfedern und Seildraht). Auch
Betonstahlmatten und
Bewehrungsdraht und ein Teil der Spannstähle, soweit nach der Herstellung aus Walzdraht oder gezogenem
D. bestehend, sowie Maschinendraht, Drahtseile, Stacheldraht usw. rechnen zu
D. im vorstehenden Sinne. Wichtigste Maßnormen: DIN EN 10218-2 (Stahldraht kaltgezogen), DIN EN 10270 (Federstahldraht). DIN EN 12385-1, (Stahldrähte für Stahlseile).