Unlegierter Stahl mit relativ hohem Massenanteil an Schwefel (etwa 0,2 bis 0,4 % S) sowie äquivalentem Mangangehalt, bestimmt für die spanende Fertigung von Massenteilen auf schnellaufenden automatisch gesteuerten Werkzeugmaschinen. S und Mn sorgen für gute Zerspanbarkeit. In der zeiligen Ausbildung von Mangansulfid (MnS) wirkt S erheblich weniger schädlich, sorgt aber für kurzbrüchigen Span, der leicht aus den Automaten abzuführen ist. Ggf. Zusätze von insbesondere Blei (0,15 bis 0,35 % Pb
Bleilegierter Automatenstahl), manchmal auch Tellur, Selen und Wismut, ermöglichen noch höhere Schnittgeschwindigkeiten. Der P-Gehalt ist bei
A. auch höher als bei normalen Baustählen (max. 0,100 % bei
A. für normale Verwendung, max. 0,060 % bei Einsatz- und Vergütungsstählen). P verbessert die Spanbrüchigkeit und die Oberflächengüte (
Zerspanbarkeit).
A. wird meist in gezogener Ausrührung eingesetzt. Stoffnorm DIN EN 10087 und DIN EN 10277 Teil 3. Darüber hinaus wird S auch anderen Stählen, z. B. nichtrostenden sowie zahlreichen Baustählen, zur Erzielung "automatenfähiger" Eigenschaften zugesetzt. Verwendungsgebiete für A.: spanende Herstellung von Massenteilen wie Schrauben, Muttern, Zündkerzen, Verschraubungsteile und Formteile aller Art.